Ratgeber · Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Erwerbsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Alternative oder Notlösung?

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist günstiger als die BU – schützt aber auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Sie ist die richtige Wahl, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung wegen Beruf oder Gesundheit nicht erreichbar ist.

100 % kostenlos · Anmeldung in unter 30 Sekunden

20+
Jahre BU-Praxis
40+
Versicherer im Vergleich
4,9/5
Bewertung

Kurzantwort

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet erst, wenn du aus gesundheitlichen Gründen praktisch keine Tätigkeit mehr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst – üblicherweise weniger als drei Stunden täglich. Dein erlernter Beruf spielt dabei keine Rolle. Deshalb ist sie günstiger als die BU, greift aber deutlich seltener.

Leistungsauslöser
< 3 Std. tägliche Erwerbsfähigkeit
Berufsbezug
Keiner – allgemeiner Arbeitsmarkt
Beitrag
Meist 30–50 % unter der BU
Sinnvoll für
Risikoberufe & schwere Vorerkrankungen

Erwerbsunfähigkeit vs. Berufsunfähigkeit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt auf deinen konkreten Beruf ab: Kann die Chirurgin nicht mehr operieren, ist sie berufsunfähig – auch wenn sie noch Gutachten schreiben könnte. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung fragt dagegen nur, ob überhaupt noch irgendeine Tätigkeit möglich ist.

Das bedeutet: Wer nach einer Erkrankung seinen Beruf aufgeben muss, aber noch einer anderen Tätigkeit nachgehen kann, erhält aus der EU-Versicherung nichts. Die BU ist deshalb in fast allen Fällen die erste Wahl – die EU-Versicherung ist Plan B, nicht Sparvariante.

Für wen die EU-Versicherung wirklich passt

Es gibt Konstellationen, in denen die EU-Versicherung die beste erreichbare Absicherung ist:

  • Risikoberufe (Dachdecker:in, Gerüstbau, Pflege im Schichtdienst), für die BU-Beiträge unbezahlbar oder Tarife geschlossen sind.
  • Schwere Vorerkrankungen, bei denen alle BU-Versicherer ablehnen oder umfassende Ausschlüsse verlangen.
  • Begrenztes Budget, wenn die Alternative wäre, gar nichts abzusichern.
  • Ergänzung zu einer zu niedrigen BU-Rente aus dem Versorgungswerk oder aus einer betrieblichen Zusage.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht nicht

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente kennt nur volle und halbe Erwerbsminderung und liegt im Durchschnitt weit unter dem letzten Nettoeinkommen. Wer nach 1961 geboren ist, hat keinen Berufsschutz mehr – auch der Staat verweist auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Selbstständige, Freiberufler und Kammerberufe stehen zusätzlich häufig ganz ohne gesetzlichen Anspruch da. Genau diese Lücke rechnen wir im kostenlosen Workshop individuell durch.

Worauf du bei EU-Tarifen achten musst

Auch die EU-Versicherung hat Bedingungsunterschiede: Prognosezeitraum von sechs Monaten, Verzicht auf Verweisung auf Umschulungen, rückwirkende Leistung, Nachversicherungsgarantien und eine Umtauschoption in eine vollwertige BU ohne erneute Gesundheitsprüfung sind die Punkte, die zählen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen.

Ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung günstiger als die BU?

Ja, je nach Beruf liegt der Beitrag um 30 bis 50 Prozent unter einer vergleichbaren Berufsunfähigkeitsversicherung – weil die Leistung deutlich seltener ausgelöst wird.

Kann ich später in eine BU wechseln?

Manche Tarife bieten eine Umtauschoption in eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Diese Option ist beim Abschluss ein zentrales Auswahlkriterium.

Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt beim Verlust definierter Fähigkeiten wie Gehen, Sehen oder Greifen – unabhängig von Beruf und Erwerbsfähigkeit. Sie greift bei körperlichen Einschränkungen früher, deckt aber psychische Erkrankungen kaum ab. Welche Variante passt, hängt vom Berufsrisiko ab.

Wissen vertiefen

Weitere Ratgeber.

Sei live dabei – kostenlos.

90 Minuten, live und interaktiv: Bedingungswerk, Gesundheitsfragen und BU-Rentenhöhe – an echten Beispielen aus über 20 Jahren BU-Beratungspraxis.

100 % kostenlos · Kein Risiko · Jederzeit absagbar