Ratgeber · Berufsunfähigkeitsrente

Berufsunfähigkeitsrente: die richtige Höhe entscheidet über alles

Die beste Bedingungsqualität nützt nichts, wenn die vereinbarte BU-Rente zu niedrig ist. Hier erfährst du, wie du deinen Bedarf sauber berechnest, warum Dynamik Pflicht ist und was im Leistungsfall passiert.

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20+
Jahre BU-Praxis
40+
Versicherer im Vergleich
4,9/5
Bewertung

Kurzantwort

Als Faustformel gelten 70–80 % des monatlichen Nettoeinkommens. Selbstständige, Praxisinhaber und Unternehmer rechnen zusätzlich laufende Fixkosten, Kredite, Kranken- und Altersvorsorgebeiträge ein. Ohne Dynamik verliert die BU-Rente über 30 Jahre einen großen Teil ihrer Kaufkraft.

Faustformel
70–80 % vom Netto
Beitragsdynamik
3 % jährlich empfohlen
Leistungsdynamik
2–3 % im Leistungsfall
Besteuerung privat
Nur Ertragsanteil

So berechnest du deinen tatsächlichen Bedarf

Starte nicht beim Beitrag, sondern beim Bedarf. Addiere alles, was auch bei Berufsunfähigkeit weiterläuft, und ziehe ab, was tatsächlich weiterhin fließt:

  • Fixkosten: Miete oder Kreditrate, Energie, Versicherungen, Mobilität, Lebenshaltung der Familie.
  • Weiterlaufende Beiträge: Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge, Versorgungswerk.
  • Betriebliche Fixkosten bei Selbstständigen: Praxismiete, Personal, Leasing, Betriebskredite.
  • Krankheitsbedingte Mehrkosten: Therapie, Umbau, Pflegeleistungen.
  • Abzüge: gesetzliche Erwerbsminderungsrente, Versorgungswerksleistung, Mieteinnahmen, Kapitalerträge.

Warum Dynamik nicht optional ist

Zwischen Abschluss und potenziellem Leistungsfall liegen oft 25 bis 35 Jahre. Eine BU-Rente von 3.000 € entspricht bei 2 % Inflation nach 30 Jahren nur noch etwa 1.660 € heutiger Kaufkraft. Die Beitragsdynamik erhöht die Rente jährlich ohne erneute Gesundheitsprüfung; die Leistungsdynamik sorgt dafür, dass die Rente auch während des Leistungsbezugs weiter steigt.

Was im Leistungsfall passiert

Der Antrag auf BU-Leistung ist ein umfangreiches Verfahren: Selbstauskunft zur Tätigkeit, ärztliche Berichte, Einkommensnachweise, teils Gutachten. Viele Ablehnungen entstehen nicht durch fehlende Krankheit, sondern durch unpräzise Beschreibung des Berufsbildes – etwa wenn die tatsächliche Tätigkeitsverteilung nicht dokumentiert wird.

Wir begleiten den Leistungsantrag: Berufsbild strukturiert erfassen, ärztliche Unterlagen sortieren, Fristen wahren – und bei Rückfragen des Versicherers argumentieren.

Steuern und Anrechnung

Eine privat aus versteuertem Einkommen finanzierte BU-Rente wird nur mit dem Ertragsanteil besteuert; der ist umso niedriger, je kürzer die verbleibende Laufzeit ist. Eine BU über die betriebliche Altersversorgung oder als Basisrenten-Zusatz wird dagegen voll nachgelagert besteuert – dort muss die Bruttorente entsprechend höher liegen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen.

Wie viel BU-Rente bekomme ich maximal?

Versicherer begrenzen die versicherbare BU-Rente meist auf rund 60–80 % des Bruttoeinkommens beziehungsweise auf das Nettoeinkommen. Für Berufseinsteiger und Studierende gelten pauschale Höchstgrenzen, die per Nachversicherung später angehoben werden.

Wird die BU-Rente auf andere Leistungen angerechnet?

Auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird sie nicht angerechnet. Bei Bürgergeld oder Sozialleistungen gilt sie dagegen als Einkommen.

Wie lange wird die BU-Rente gezahlt?

Solange die Berufsunfähigkeit besteht, längstens bis zum vertraglich vereinbarten Endalter. Der Versicherer darf den Zustand regelmäßig nachprüfen.

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